Mitteldeutschland fordert mehr Tempo beim Aufbau der Grünen Wasserstoffwirtschaft

31. August 2023
Die mitteldeutsche Wirtschaft ist bereit für den Einstieg in die Grüne Wasserstoffwirtschaft. Damit dieser gelingt, braucht es allerdings beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren für Grünstrom und den Bau neuer Strom- und Gastrassen sowie verlässliche politische Rahmenbedingungen für Investitionen in Wasserstoffprojekte. Dies war der einhellige Tenor auf dem 3. Mitteldeutschen Wasserstoffkongress, zu dem am Mittwoch über 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung auf Einladung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und des Wasserstoffnetzwerkes HYPOS zusammenkamen.

Die mitteldeutsche Wirtschaft ist bereit für den Einstieg in die Grüne Wasserstoffwirtschaft. Damit dieser gelingt, braucht es allerdings beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren für Grünstrom und den Bau neuer Strom- und Gastrassen sowie verlässliche politische Rahmenbedingungen für Investitionen in Wasserstoffprojekte. Dies war der einhellige Tenor auf dem 3. Mitteldeutschen Wasserstoffkongress, zu dem am Mittwoch über 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung auf Einladung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und des Wasserstoffnetzwerkes HYPOS zusammenkamen.

„Es ist beeindruckend, mit welchem Tempo die Wasserstoffakteure in Mitteldeutschland an der Umsetzung ihrer Pläne arbeiten. Mit den Aktivitäten der Energiebörse EEX und des Wasserstoffhändlers HINT.CO wird erstmals ein marktbasiertes Preissignal für Grünen Wasserstoff in Deutschland realisiert. Unternehmen wie Sunfire und NIKKISO CRYOTEC skalieren Wasserstofftechnologien in den industriellen Maßstab. Und gemeinsam mit über 50 Partnern aus der Region arbeiten wir aktuell an der Planung eines regionales Wasserstoff-Verteilnetzes. Die intensiven Diskussionen auf dem Kongress haben aber auch gezeigt: Wir brauchen mehr Tempo beim Ausbau Erneuerbarer Energien und der notwendigen Netzinfrastruktur, um die ambitionierten Ausbauziele zu realisieren“, erklärt Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.

„Der Kongress hat gezeigt, dass auch viele mittelständische Unternehmen in der Region aktiv an der Dekarbonisierung ihrer Energieversorgung mittels grünes Wasserstoffs arbeiten und diese mit Hilfe dezentraler Lösungen schon in die Tat umsetzen. Darüber hinaus bietet der Export von innovativen Wasserstofftechnologien auf internationale Märkte wie die USA, Japan und Korea ein erhebliches Wertschöpfungspotenzial für die mitteldeutsche Wirtschaft, etwa im Bereich Anlagenbau“, betont Johannes Wege, Geschäftsführer des Wasserstoffnetzwerkes HYPOS.

Im Rahmen des zentralen Wasserstoff-Veranstaltung Mitteldeutschlands adressierten rund 30 Referentinnen und Referenten in Vorträgen, Pitches und Podiumsdiskussionen die Themen Infrastruktur und Wertschöpfung, kritische Erfolgsfaktoren für den Markthochlauf von Grünem Wasserstoff, Internationale Märkte, dezentrale Wasserstoff-Lösungen für den Mittelstand sowie die Marktvorbereitung und Finanzierung. Darüber hinaus stellten mehr als ein Dutzend Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen den aktuellen Stand ihrer Wasserstoffvorhaben vor. Dazu gehören unter anderem die BMW Group Werk Leipzig, die HH2E AG, die VNG AG, LEAG und MITNETZ GAS, TGA Energietechnik Wittenberg sowie Maximator Hydrogen, NIKKISO CRYOTEC und die Steinzeug-Keramo GmbH.

Am Rande des 3. Mitteldeutschen Wasserstoffkongresses vereinbarten der HYPOS e. V., die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung (SAS) und das LHyVE-Konsortium (Leipziger Gruppe, VNG AG, EDL und ONTRAS), zukünftig beim Aufbau der mitteldeutschen Wasserstoffwirtschaft eng zusammenzuarbeiten.

Anlässlich der Veranstaltung veröffentlichten die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und HYPOS auch die 3. Auflage des Mitteldeutschen Wasserstoffatlas. Die 108 Seiten umfassende Publikation gibt mit rund 90 Projekten und Akteuren in den Bereichen Infrastruktur, Wertschöpfung, Forschung und Netzwerke einen umfassenden Überblick zu den aktuellen Wasserstoffaktivitäten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die zentrale Wasserstoff-Veranstaltung Mitteldeutschlands verfolgten vor Ort im Lichthof der Rotkäppchen Sektkellerei über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Mehrere hunderte Zuschauer verfolgten den Kongress darüber hinaus online im Livestream. Der Videomitschnitt der Veranstaltung ist über den YouTube-Kanal der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland auch relive abrufbar.

Möglich wurde der 3. Mitteldeutsche Wasserstoffkongress durch das Engagement zahlreicher Sponsoren, Partner und Aussteller. So traten die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH (MITNETZ GAS) und NIKKISO CRYOTEC als Premiumpartner des Kongresses auf. Die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) und der Burgenlandkreis beteiligen sich als Partner der Veranstaltung. Im Rahmen des Kongresses präsentieren sich als Austeller: die Abfallwirtschaft Sachsen-Anhalt Süd – AöR, die Borsig ZM Compression GmbH, die Dr. Ryll Lab GmbH, die Fraunhofer-Gesellschaft, IKOME | Steinbeis Mediation, die INFRACON Infrastruktur Service GmbH & Co. KG, die ONTRAS Gastransport GmbH, die TÜV Rheinland Group sowie die TÜV SÜD Industrie Service GmbH. Logo-Partner waren die Brunel Service GmbH & Co. KG, die DBI-Gruppe, die DEKRA Automobil GmbH, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), NET ZERO H2 GERMANY, die Siemens AG, die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, die TGA Energietechnik Wittenberg GmbH, die Deutsche Leasing AG und die VNG AG.

In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.

HYPOS ist das Netzwerk für alle Interessierten der Wasserstoffwirtschaft sowie Ihr erster Ansprechpartner zum Thema Grüner Wasserstoff in Mitteldeutschland und darüber hinaus. Das Konsortium kombiniert die Potenziale von kleinen und mittleren Unternehmen, Industrie und Großunternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam mit seinen über 170 Mitgliedern begleitet HYPOS den Markthochlauf des Grünen Wasserstoffs.

Videomitschnitt der Veranstaltung

Webseite HYPOS

Mitteldeutscher Wasserstoffatlas

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