NaturbauCampus

regional. wertschöpfend. nachhaltig.

Wie werden wir in Zukunft bauen? Welche Rohstoffe kommen in Frage und wo kommen diese her? Was wächst regional und lässt sich für eine erfolgreiche Bauwende einsetzen? Der Naturbau-Campus setzt auf Regionalität, Innovation und die Stärkung von Wirtschaftskreisläufen, um neue Produkte und Wertschöpfungsketten für das Bauen der Zukunft zu erforschen und zu erproben.

Ausgangslage 

Im Landkreis Nordsachsen werden nachwachsende Rohstoffe, wie Hanf, Stroh und Holz angebaut. Weiterhin kommen Lehm und Kaolin als natürliche Rohstoffe vor und werden regional abgebaut. Ziel des Projektes ist es, mit den natürlich vorkommenden als auch den regional nachwachsenden Rohstoffen, die Wertschöpfungskette „nachhaltiges Bauen“ aufzubauen. Den beteiligten Unternehmen eröffnen sich neben neuen Absatzchancen für Rohstoffe (z.B. Landwirtschaft, Kaolinwerk, Balance Biogas) auch Chancen nachhaltiges und ökologisches Bauen zu forcieren und in der Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren sowie neue (zukunftsfähige) Verfahren und Produkte zu erproben. Ein Schlüssel für den Aufbau der Wertschöpfungskette „nachhaltiges Bauen“ wird in der Bildung und der Auseinandersetzung mit den regional natürlich vorkommenden Rohstoffen gesehen.

Mit dem Naturbau-Campus entsteht ein Bildungszentrum für verschiedene Interessengruppen zum nachhaltigen Bauen. Es sind Weiterbildungen, Qualifizierungen und Veranstaltungen für Mitarbeiter und Auszubildende von Unternehmen, für Neu- und Quereinsteiger sowie für Fachkräfte im Bau, insbesondere auch für Bauingenieure und Architekten, geplant.

Der Naturbau-Campus soll auch als Kompetenzzentrum dienen, das Behörden zur Seite steht, um Bauämter und Bauträger zu sensibilisieren. Ein zweiter Schlüssel zum Aufbau der Wertschöpfungskette „nachhaltiges Bauen“ besteht in der Erforschung, Erprobung und Anwendung innovativer Verfahren und Produkte, die am Bau und in der Sanierung und auch bei der nachhaltigen Erhaltung denkmalgeschützter Bausubstanz unter Einbeziehung nachwachsender und regional vorkommender Rohstoffe entwickelt werden.

Projektziele 

Mit dem Projekt Naturbau-Campus wird das Ziel verfolgt, neue Wertschöpfungsketten im Bereich „nachhaltiges Bauen“ zu erschließen. Auf der Grundlage neu gedachter Wertschöpfungsketten gilt es, neue regionale Rohstofflieferanten zu entdecken und mit Unternehmen aus dem Bereich Bauen und Sanieren zusammenzubringen. Unternehmen und Institutionen, die im Netzwerk mitarbeiten, sollen befähigt werden, sich in Sachen Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und neue Absatzchancen zu erschließen. Dabei geht es einerseits um kurze und sichere Lieferketten. Für den Bausektor geht es zum Anderen um die Etablierung nachhaltiger und ökologischer Baustoffe sowie die Entwicklung neuer Produkte.

Mit dem neu entstehenden Netzwerk wird Raum für Synergien und Innovationen im Bereich nachhaltiges Bauen mit nachwachsenden und regionalen Rohstoffen geschaffen. Durch Einbindung der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig fließt Forschungskompetenz in das Projekt ein, die wiederum von den Unternehmen genutzt werden kann. Aufgabe des Netzwerkmanagers wird es sein, die Hochschule und Unternehmen zusammenzubringen. Darüber hinaus ist es erforderlich, die Arbeit des Netzwerks sichtbar zu machen und eine Online-Plattform zu erschaffen, die eine Vernetzung in und über die Region hinaus ermöglicht. Ein drittes Ziel, umfasst die Sensibilisierung und Weiterqualifizierung von Mitarbeitenden zum nachhaltigen, ökologischen Bauen. Hierbei geht es darum, dass neue Verfahren und Produkte im geschützten Raum ausprobiert und angewandt werden können. Den Mitarbeitenden von Unternehmen bietet sich die Chance der Qualifizierung und Weiterentwicklung. Den Unternehmen eröffnet sich die Möglichkeit, Mitarbeitende an das Unternehmen zu binden und ggf. mit Bildungsangeboten des Naturbau-Campus auch neue Mitarbeitende zu gewinnen.

Das Netzwerkmanagement „Naturbau-Campus“ verfolgt folgende Ziele:

  • einen Beitrag zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs)
  • Einleiten und Unterstützung der Trendwende „Nachhaltiges Bauen“
  • Aufbau einer neuen Wertschöpfungskette „nachhaltiges Bauen“
  • Etablierung kurzer und sicherer Lieferketten
  • Sicherung und Eröffnung neuer Wachstumschancen der beteiligten KMU
  • Entwicklung innovativer Verfahren und Produkte für den Bau und die Denkmalsanierung
  • Ausrichtung der Unternehmen auf ökologische Trendwende (CO2 Einsparung) und Stärkung des Ressourcenschutz
  • Qualifizierung und Weiterbildung von Mitarbeitern und Auszubildenden im Bereich „nachhaltiges und ökologisches Bauen“
  • Sensibilisierung von Verwaltungsmitarbeitern, Architekten und Gutachtern für das Thema nachhaltiges und ökologisches Bauen

Ergebnisse

Durch das Vernetzungsmanagement im Rahmen des Projekts konnte der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten im Bereich des nachhaltigen Bauens angestoßen und unterstützt werden: Bis zur Markteinführung gebracht wurde die Wertschöpfungskette für nordsächsischen Hanf als regionaler nachhaltiger Dämmstoff. Im Bereich der Forschung und Entwicklung und als Vorstufe für die Produktentwicklung und den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten konnten wertvolle Erkenntnisse zu Farben auf Kaolin-Basis gewonnen, Grundlagen zur potenziellen Verwendung von Schurwolle als Dämmstoff erarbeitet und Vernetzung zu Vorbereitungsaktivitäten für die Markteinführung eines innovativen Dämmstoffs auf Basis von Pappelholz und Zellulose betrieben werden. Langfristige Beteiligungen an Forschungsprojekten von lokalen Unternehmen wurden vermittelt. 5 Abschlussarbeiten wurden vergeben und betreut.
Im Bereich der Ausbildung von Fachkräften wurde eine Kooperation mit einer Berufsschule und zwei Universitäten etabliert, in deren Rahmen Theorie und Praxis des ökologischen Bauens vermittelt wurden. Zur Qualifikation von Fachkräften wurde als zentrales Angebot die 1. Fachtagung nachhaltigen Bauen und Sanieren an der HTWK Leipzig konzipiert und mit über 150 Teilnehmenden aus Praxis, Planung, Wissenschaft und Verwaltung durchgeführt. Für viele Akteur*innen entstanden bei der Fachtagung wertvolle Kontakte und Netzwerke.
Durch die Bildungs-, Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit des Projekts konnte das Bewusstsein für das nachhaltige Bauen bei verschiedenen Zielgruppen erhöht werden und somit ein Beitrag zum Einleiten der Trendwende „Nachhaltiges Bauen“ geleistet werden.

Ausblick

Innerhalb des aufgebauten Netzwerks besteht weiterhin Austausch und Kooperation. Mit der HTWK Leipzig und der Handwerkskammer zu Leipzig organisiert das Bildungswerk für nachhaltige Entwicklung in 2025 eine 2. Auflage der Fachtagung. Im Bereich Forschung und Innovation finden weiterhin auf Grundlage der Projektergebnisse basierende Aktivitäten statt zur Verwendung von Schurwolle als Dämmstoff und der Entwicklung von Farben auf Kaolin-basis, jeweils mit dem Fokus auf der Verarbeitung und Zulassungsvoraussetzungen.

Projektinformation

Kontakt:

Anna Grasemann
Naturbau-Campus
Tel.: 03435 / 666 998 89
E-Mail: info@naturbau-campus.de
Website: www.naturbau-campus.de